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Rezension: To Cage A Wild Bird

Werbung | To Cage A Wild Bird , der erste Band der Divided Fates Reihe von Brooke Fast hat mich wirklich überrascht. Ich hatte das Buch, welches bei Bramble Book erschienen ist, ja schon im Dezember 2025 über den Netgalley Adventskalender bezogen, aber jedes Mal wenn ich den Tolino öffnete, um ein neues Buch zu beginnen, zog mich ein anderes Cover an. Vielleicht wäre es als Print anders gewesen. Das rot ist ja doch sehr auffällig und ruft: „Sieh mich an!“

Aber warum ist das Buch überhaupt bei mir eingezogen?

Ja, das Cover hat gerufen, aber es ist eine Dystopie und die müssen sich wirklich, wirklich gut anhören, damit ich sie wähle. Also schauen wir doch mal in den Klappentext.

Das Leben in Dividium beruht auf einer einzigen Regel: Disziplin oder Tod. Denn in Dividium führt nicht nur jedes Verbrechen in das brutale Gefängnis Endlock, sondern reiche Bürger der Oberschicht bekommen außerdem die Gelegenheit, die Gefängnisinsassen zu jagen und zu töten. Als der Bruder der 23-jährigen Raven verhaftet wird, schleust sie sich selbst als Gefangene in Endlock ein, um ihn zu befreien. Schon bald muss sie alles daransetzen, damit sie und ihr Bruder die brutalen Spiele im Gefängnis überleben. Die einzige Hilfe, die sie dabei erhält, kommt ausgerechnet von dem mysteriösen Wachmann Vale. Doch kann Raven wirklich dem Mann vertrauen, der für all das steht, was sie an Dividium so verabscheut?

Hier hat mich wirklich das Gefängnis gelockt. Keine Prota, die im schönen Schein der Dystopie lebt und das böse Erwachen hat. Nein, jemand aus der untersten Schicht, der noch tiefer fällt. Das schreit doch nur nach Aufstand und Rebellion. Und zwar von jemanden, dem ich das wirklich abkaufe, dass er nicht einfach weiter die Augen verschließen will. Außerdem wollte ich natürlich rausfinden, was das für brutale Spiele sind.

Meine Meinung zum Buch

Diese dystopische Welt spielt in einer von fünf bekannten Städte, die alle autark nach eigenen Regeln leben. Reisen sind durch die Umweltbedingungen kaum möglich und die meisten Städte haben sich abgeschottet und lassen niemanden, der nicht „nützlich“ ist rein. Dividium ist in drei Stadtteile geteilt und der Hauptteil der Bevölkerung, wie kann es auch anders sein, lebt unter den ärmsten Bedingungen und leidet an Hungersnot. Angeblich würde es nämlich nicht genug Nahrung geben, während die obere Schicht fröhlich Schmausen kann. Das bedrückende Gefühl die Angst vorm Verhungern und das Leid werden sehr gut übermittelt.

Raven, eine Kopfgeldjägerin, tut alles um ihren Bruder zu schützen. Sie unterstützt die Rebellen ohne zu ihnen zu gehören und will ständig verhindern, dass ihr nun volljähriger Bruder sich ihnen anschließt. Schließlich sind ihre Eltern gestorben, weil sie den Rebellen geholfen haben. Tja, aber Jed ist da anderer Ansicht und würde sich liebend gern der Sache verschreiben. Dazu kommt es aber gar nicht, da wirklich jede klitzekleine Kleinigkeit, die gegen die Regeln verstößt, dazu führt, dass man verhaftet und im Gefängnis landet. Wirklich jede! Ich habe mich am Anfang gefragt, wieso das alles so gut funktioniert, aber wenn erstmal die Geschichte der Gründung des Gefängnisses und damit dann auch der ganze Skandal erklärt wird, wird einiges klarer.

Raven fand ich toll. Sie ist vorsichtig und wägt die Risiken ab, bevor sie eine Entscheidung trifft. Nur für Jed geht sie jedes Risiko ein. Kein Wunder, dass Aggie, eine Freundin der Familie und eine der Rebellenführer, sie zu einem gefährlichen Deal überreden kann, wenn das bedeutet, dass Jed aus dem Gefängnis rauskommt. Im Gefängnis findet Raven auch schnell ihren Auftrag „Kit“. Doch diese hat ganz andere Pläne und ein Ausbruch aus dem Gefängnis scheint ohne interne Hilfe unmöglich. Wie gut dass Vale, mit dem sie vor der ganzen Gefängnissache rumgeknutscht hat, sich als einflussreicher Wachmann entpuppt.

Ich fand die Truppe um Kit, Gus, Momo und Yara super zusammengesetzt. Die Verbindung zwischen den vieren hat dem Gefängnis eine Art Leben eingehaucht. Nicht alles ist vorbei und selbst an einem Ort, wo nur der Tod wartet, findet man noch Hoffnung. Auch hat es mir gefallen, dass die vier nicht sofort Raven vertrauen und ihr eigentlich erst zum Ende die letzten Geheimnisse anvertrauen. Bei Vale hat mich seine Vergangenheit etwas überrascht. Aber das soll ein Buch ja auch: überraschen.

Die „Spiele“ oder eher Jagden im Gefängnis sind grausam und wurden im Laufe des Buches nochmal schrecklicher geplant. Interessanterweise fand ich das sogar glaubwürdig, dass man nur für Geld so grausam und unmenschlich handeln kann. Ich habe wirklich bei jeder Jagd Sorge gehabt, dass einer aus der Truppe stirbt. Und als einer dann wirklich ging, musste ich schlucken. Die Szene fand ich echt traurig. Und dann das Ende erst! Ich hätte mit dieser Wendung nicht gerechnet und hoffe jetzt einfach, dass Band 2 auch schnell ins Deutsche übersetzt wird. Im Englischen soll er ja schon im Februar 2027 erscheinen.

* gut, Endlock wollte ich schnell wieder verlassen, aber auf jeden Fall in dieser Welt bleiben und die Geschichte weiterverfolgen. Blöde Cliffhanger.

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