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Kingdom of Crystal Hearts

Werbung | Rezensionsexemplar

Die Story hat sich im Klappentext richtig gut angehört. Umso enttäuschter war ich am Ende, weil mir sowohl bei der Liebesgeschichte als auch beim Magiesystem die Tiefe gefehlt hat. Gerade Letzteres ist für mich als Magiesystem-Liebhaberin ein wichtiger Punkt.

Autor: Sina Brings
Titel: Kingdom of Crystal Hearts
Seiten: 364
Reihe: nein
Verlag: Piper Verlag

Inhalt: Auf dem Kontinent Brillant lebt der Adel dank der magischen Kraft von Edelsteinen in Wohlstand. Elodie hingegen hat ihre ganze Familie in den Minen verloren und schlägt sich, getrieben von dem Wunsch nach Rache, als Diebin durch. Auf einem Turnier des Königshofes gibt sie sich mit ihren Rebellenfreunden als Adelige aus, aber dann entfaltet sich in ihr ungeahnte Magie. Ihre Tarnung fliegt auf und sie wird von der grausamen Königin gezwungen, ihre neuen Kräfte als die des magielosen Prinzen Rafe auszugeben. Während die Rebellen auf das geplante Attentat auf den Prinzen drängen, kommt Elodie Rafe näher, als ihr lieb ist. Doch sie ahnt nicht, dass Gefühle in diesem Königreich ihr Untergang sein könnten, denn sie steckt längst mitten in einem Netz aus Ränken und Intrigen …

Die Grundidee von Kingdom of Crystal Hearts ist stark: Ein Adel, der mithilfe von Edelsteinmagie im Wohlstand lebt, während einfache Menschen in den Minen ausgebeutet werden und dabei sterben. Dieses gesellschaftliche Ungleichgewicht und das brodelnde Konfliktpotenzial haben mich sofort angesprochen. Leider blieb es für mich auch bei einer Idee.

Das Worldbuilding und das Magiesystem wurden für meinen Geschmack nämlich zu wenig ausgearbeitet. Warum ist die Edelsteinmagie an bestimmte Länder gebunden? Was genau kann welche Edelstein in welchem Ausmaß? Warum besitzt Elodie überhaupt Magie – und dann auch noch mehr als eine? Diese Fragen blieben unbeantwortet und haben mich beim Lesen immer wieder gestört. Gerade hier hätte ich mir mehr magische Szenen gewünscht.

Ab einem gewissen Punkt wird Elodie gefangen gehalten und soll für die Königin nur eine Aufgabe erledigen. Damit beginnt zwar der romantische Teil der Geschichte, gleichzeitig geht aber der rebellische Handlungsstrang fast komplett verloren. Die Rebellion, die zuvor eine Rolle spielte, rückt in den Hintergrund, und die Spannung ließ für mich deutlich nach. Auch die Liebesgeschichte zwischen Elodie und Rafe konnte mich emotional nicht abholen. Die Gefühle wirkten für mich zu oberflächlich und blieben eher behauptet als spürbar.

Ein weiteres Problem waren für mich die Nebencharaktere. Durch Elodies Isolation lernt man kaum jemanden wirklich kennen, vieles bleibt blass und ohne nachhaltigen Eindruck. Selbst Rafe, der verstummte Prinz, mit dem Elodie jede Nacht Zeit verbringen muss, blieb für mich ein Unbekannter. Einzig die Königin rief aufgrund ihrer Grausamkeit negative Gefühle bei mir für sie hervor. Das Ende schließlich kam mir zu schnell und wirkte, besonders im Hinblick auf die Königin, unglaubwürdig.

Insgesamt bleibt für mich das Gefühl, dass Kingdom of Crystal Hearts viel Potenzial hatte, dieses aber nicht vollständig genutzt wurde. Eine spannende Grundidee, die für mich leider weder emotional noch inhaltlich genug ausgearbeitet war.

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