Werbung | Rezensionsexemplar
Autorin Laura Kunze hatte bei Insta eine Bloggersuche gepostet. Da mir der Klappentext gefiel (vor allem der erste Satz) hatte ich mich beworben und bin im Ebookteam gelandet. Jetzt versuche ich schon zum dritten Mal eine Rezension zu schreiben, die meine Gedanken und Gefühle irgendwie richtig darstellen kann und das alles ohne zu spoilern. An der letzteren Anforderung scheitert es meistens.
Autor: Laura S. Kunze
Titel: Menon – Eine Stadt aus Licht und Silber
Seiten: 345
Reihe: Wanonverse Band 1 der Dilogie
Verlag: Selfpublish
Inhalt: „Wenn ein Licht erleuchtet, erlischt ein anderes.“Melina will nur eins schaffen – in den Machtzirkel der Metropole Menon aufsteigen. Auch wenn das bedeutet, dass ihre Konkurrentin dafür sterben wird. Das Ritual, das sie dafür bestehen muss, rückt näher, und sie tritt als Liebling der Prophess an. Melina hat ihnen schon immer gedient. Sie wurde ihrer Familie entrissen und von der Regierung großgezogen. Sie hat keinen Grund, an dem Regime zu zweifeln, auch nicht, als die andere Teilnehmerin, Merean, ihr näherkommt.
Sie zweifelt nicht, denn Melina ist im Licht geboren. In der Metropole, die immer erstrahlt. Nur nicht für Melina, für die alles zugrunde geht …. als sie im Ritual scheitert.
Das Worldbuildung fand ich hier sehr interessant. Die Stadt Menon, in der Melina lebt, schottet sich von der Außenwelt ab. Ihre Einwohner dürfen diese nicht ohne Erlaubnis verlassen und diese gibt es so gut wie nie. Interessant fand ich die Widersprüche im Stadtdesign und auch in anderen Dingen. Dinge, die Melina auch im Laufe der Story feststellt und beginnt zu hinterfragen. Am Ende des ersten Bandes werden diese auch fast alle aufgedeckt.
Melina wurde von der Familie Levan als vierjährige ihrer Mutter entrissen und Stück für Stück erfährt man, wie die Erziehung ausgesehen hat. Keine, die ich einem Kind wünschen würde. Nicht nur körperliche Züchtigung, sondern auch eine große Portion Gehirnwäsche spielten dort mit. Melina fand ich im gut dargestellt. Ihr Gefühle und Gedanken kamen bei mir emotional an.
Sie haben mich Melina genannt. Melina, die Gehorsame.
Menon, S. 8
Sie haben gesagt, dass ich Glück hatte, in die Familie Levan aufgenommen zu werden. Ich hatte Glück, als Mädchen geboren zu sein. Ansonsten wären sie nie auf mich aufmerksam geworden.
Auch Nebencharakteren wurde eine Stimme gegeben, sodass wir nicht nur aus Melinas Sicht sehen, die im Licht und mit Privilegien aufgewachsen ist, sondern auch die dunkle, verarmte Seite von Menon kennenlernen. Dadurch versteht man schon vor Melina, dass nicht als glänzt in der Stadt aus Licht und Silber. Wir haben hier nicht nur einen Fantasyroman, sondern eine Fantasydystopie.
Die Gesellschaft unterscheidet sich in Seelie und Unseelie. Und alles was „befleckt“ ist, hat in der oberen lichtdurchfluteten Stadt nichts zu suchen. Es sei denn, es ist zum Dienen da. Makel werden von den Seelie direkt wahrgenommen und können zu einem schnellen Abstieg führen.
Der Plot schreitet zügig voran, stellenweise sogar so schnell, dass ich mir zwischendurch einen ruhigeren Moment gewünscht hätte, um das Geschehen erst einmal sacken zu lassen. Da musste ich Lesepausen einlegen. Denn Plottwists gibt es hier nicht nur vereinzelt, sondern gefühlt lauert hinter jeder Ecke eine neue Überraschung auf Melina und uns als Leser. Mit jeder neuen Erfahrung beginnt das scheinbar stabile Gesellschaftskonstrukt langsam zu bröckeln und gibt seinen dunklen Kern preis. Und dann dieses Ende … damit hätte ich absolut nicht gerechnet. Ein fieser Cliffhanger, den Laura Kunze uns hier hinterlässt.
Die im Klappentext angedeutete Liebesgeschichte, zumindest habe ich den Verweis auf Merean so gedeutet, ist eigentlich gar nicht vorhanden. Aber vielleicht habe auch nur ich den Klappentext so verstanden. Das störte mich aber beim Lesen auch nicht weiter. Mir gefiel es sogar, dass sich die Handlung nicht auch noch darauf beziehen musste, sondern den Schwerpunkt auf Melinas Erkennen und den geplanten Aktionen gegen das Regime legte.
Jedes Kapitel startet mit einem Monolog. Monolog ist vielleicht nicht das richtige Wort. Es las sich eher so, als würde eine uns unbekannte Person die Worte an die Leute in Menon richten. Irgendwann ahnt man, wer da spricht und im Nachhinein sind die Worte, die vielleicht etwas Verwirrung bei mir stifteten, sogar verständlich. Teils braucht man aber das Wissen aus den folgenden Kapiteln, um zu verstehen, was hier gesagt wird. Aber es passt zu der Person und den Aussagen, die da gemacht werden.

